4 Kapitel 04 - Rente & Altersvorsorge

Was bleibt dir wirklich? Klartext zur Rente.

Die deutsche Standardrente ist nicht das, was uns Werbespots glauben machen wollen. Wer in den nächsten 20–30 Jahren in Rente geht, muss selbst aktiv vorsorgen - sonst wird's eng. Wir zeigen dir: die drei Säulen, die wirklichen Optionen für private Vorsorge (mit ehrlichem Riester/Rürup/ETF-Renten-Vergleich) und wie du dein Vermögen langfristig sicherst.

3 Themen ~17 Min Lesezeit Mit Berechnungen & Vergleich Anfänger- bis Fortgeschritten
Von Marvin Lücke & Julien StreckerFinanz-Experten von PLAN 4 LIFE Aktualisiert am 21. Mai 2026
In 30 Sekunden
  • Die gesetzliche Rente reicht nicht - das Rentenniveau sinkt, das Demografie-Verhältnis kippt. Private Vorsorge ist kein „nice to have" mehr.
  • Riester und klassische Rentenversicherungen sind tot - modern und steuereffizient ist die Kombination ETF-Rente + ETF-Depot.
  • Ab 30 ist die Rentenlücke noch komplett machbar - mit ~250 €/Monat in einen Welt-ETF schließt sich die typische Lücke bis 67.
Thema 01

Drei Säulen der Altersvorsorge - die Rentenlücke ist real.

Die deutsche Altersvorsorge steht auf drei Säulen. Klingt stabil - ist es aber nur, wenn alle drei wirklich da sind. Bei den meisten Menschen ist nur eine ausgebaut. Die zweite halbherzig. Die dritte: Fehlanzeige. Genau hier entsteht die Rentenlücke, die wir später zeigen.

Die drei Säulen im Überblick

Säule 1 - Gesetzliche Rentenversicherung. Pflicht für Arbeitnehmer:innen. Du zahlst monatlich ein, der Staat verteilt um. Heute deine Beiträge an heutige Rentner - morgen die Beiträge der nächsten Generation an dich. Das ist das Umlageverfahren.

Säule 2 - Betriebliche Altersvorsorge (bAV). Über deinen Arbeitgeber. Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds oder Unterstützungskasse. Vorteil: oft steuer- und sozialabgabenbefreit beim Einzahlen. Nachteil: bei Auszahlung wird nachversteuert und sozialabgabenpflichtig.

Säule 3 - Private Vorsorge. Was du selbst aufbaust - Privatrenten, ETF-Renten, ETF-Depots, Immobilien, Riester, Rürup. Hier hast du die volle Kontrolle - und das ist die Säule, die für viele heute entscheidend ist.

Die Realität der gesetzlichen Rente

Hier wird es ungemütlich. Das deutsche Rentensystem ist mathematisch unter Druck:

  • 1962: 6 Beitragszahler auf 1 Rentner
  • 2023: ~1,8 Beitragszahler auf 1 Rentner
  • 2040 (Prognose): ~1,3 Beitragszahler auf 1 Rentner

Das ist keine Verschwörungstheorie, das ist Demografie. Weniger Junge müssen die Renten von mehr Alten finanzieren. Die Folge: das Rentenniveau sinkt, der Renteneintritt steigt, der Beitragssatz steigt - und private Vorsorge wird vom „nice to have" zum „muss".

Was bedeutet „48 % Rentenniveau" eigentlich?

Das Rentenniveau gibt die Standardrente nach 45 Beitragsjahren als Prozentsatz des Durchschnittslohns an - vor Steuern und Krankenversicherung. Bei einem Durchschnittslohn von ca. 3.300 € netto sind das ca. 1.580 € Bruttorente. Davon gehen noch Krankenversicherung (~11 %) und Einkommensteuer ab. Was übrig bleibt: ca. 1.200–1.350 € netto. Und das nur, wenn du 45 Jahre ohne Lücken eingezahlt hast.

Die Rentenlücke - rechne sie selbst aus

Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen deinem heutigen Lebensstandard und dem, was du nach deinem letzten Arbeitstag bekommst. Eine grobe Faustformel:

  • Aktuelle monatliche Ausgaben (Lebensstandard) als Ausgangspunkt
  • − Erwartete gesetzliche Rente (steht in deiner Renteninformation jedes Jahr)
  • − Erwartete bAV (falls du eine hast)
  • = Deine Rentenlücke pro Monat
Konkretes Beispiel - Lisa, 35, Angestellte

Aktuelle Ausgaben: 2.400 €/Monat. Renteninformation prognostiziert: ~1.450 € Bruttorente in 32 Jahren (ohne Inflation, brutto). Nach Steuer + KV: ca. 1.100 €. Lücke: 2.400 € − 1.100 € = 1.300 € pro Monat. Über 25 Jahre Rentenzeit: ~390.000 € Gesamt-Lücke - die sie privat aufbauen muss.

Klingt erschreckend? Ist es auch. Aber die gute Nachricht: Mit 30+ Jahren Anlagehorizont und Zinseszins ist das mathematisch absolut machbar. Lisa kommt mit ~250 €/Monat ETF-Sparplan dahin (bei 7 % Rendite p. a.). Das ist überschaubar - wenn man rechtzeitig anfängt.

Warum bAV oft unterschätzt wird

Viele Arbeitnehmer:innen lassen Geld auf der Straße liegen, weil sie die bAV nicht nutzen. Dabei gilt: Wenn dein Arbeitgeber einen Zuschuss zahlt, ist das praktisch Free Money. Plus die Steuer- und Sozialabgabenersparnis beim Einzahlen.

Wann lohnt sich bAV? Vor allem dann, wenn dein Arbeitgeber 15–50 % Zuschuss leistet und du eine gut konstruierte bAV (z. B. ETF-basierte Direktversicherung) bekommst. Wann nicht? Bei teuren klassischen Tarifen ohne Arbeitgeberzuschuss und wenn du Selbstständigkeit planst.

Deine Rentenlücke in 4 Schritten ermitteln

Heute machbar - Renteninformation liegt bei dir zuhause:
  1. Renteninformation rauskramen - die kommt einmal jährlich automatisch. Falls verlegt: bei der Deutschen Rentenversicherung online anfordern.
  2. Aktuelle Monatsausgaben berechnen (was brauchst du, um zu leben, wie du jetzt lebst).
  3. Inflation einrechnen - Faustregel: Multipliziere mit 1,5 für 25 Jahre, mit 2,0 für 35 Jahre.
  4. Lücke berechnen = Inflations-bereinigte Ausgaben − (gesetzliche Rente + bAV). Das ist die Zahl, gegen die du sparen musst.
Thema 02

Private Vorsorge - Riester, Rürup, ETF-Rente verglichen.

Hier wird's konkret. Der Markt der privaten Altersvorsorge ist ein Dschungel - voller Produkte, die für Vermittler-Provisionen optimiert wurden, nicht für Kunden-Rendite. Wir gehen die wichtigsten Optionen durch, ehrlich und ohne Vermittler-Filter.

Die fünf wichtigsten Vorsorge-Wege

1. Riester-Rente

Ursprünglich als „Volks-Vorsorge" gedacht, durch staatliche Zulagen attraktiv. Heute: weitgehend tot. Die Politik hat Riester über die Jahre kaputtreformiert - hohe Kosten, schlechte Renditen, eingeschränkte Vererbbarkeit, komplizierte Auszahlungs-Mathematik. Für die meisten heute keine sinnvolle Option mehr.

Ausnahme: Familien mit mehreren Kindern (Kinderzulagen) und Personen kurz vor der Rente, die schon einen guten Riester haben.

Die Politik weiß das und arbeitet am Riester-Nachfolger: dem Altersvorsorgedepot. Was geplant ist, was bekannt ist und ob du heute schon handeln solltest, findest du im Sonderkapitel zum Altersvorsorgedepot.

2. Rürup / Basis-Rente

Steuerlich gefördert - Beiträge sind in der Einzahlphase fast vollständig absetzbar. Klingt gut, hat aber Haken: keine Kapitalauszahlung möglich, nur lebenslange Rente. Nicht pfändbar, nicht vererbbar (außer mit Zusatz-Bausteinen). Geeignet für: Selbstständige mit hohem Einkommen ohne andere staatliche Säulen, oder Hochverdiener-Angestellte, die ihren Spitzensteuersatz drücken wollen.

3. Klassische private Rentenversicherung

Die „Versicherungs-Klassik". Garantierter Mindestzins, aber dieser ist heute lächerlich niedrig (0,25 % p. a.). Plus hohe Kosten. Mathematisch fast immer ein schlechter Deal für junge Sparer.

4. ETF-Rente (Fondsgebundene Rentenversicherung)

Die moderne Lösung. ETFs in einem Versicherungsmantel - kombiniert Markt-Rendite mit Steuervorteilen. Moderne Anbieter haben Effektivkosten von ~0,5–1 % p. a. Steuerstundung in der Ansparphase, Halbeinkünfteverfahren bei Auszahlung ab 62 (+12 Jahre Laufzeit), Option auf lebenslange Rente.

5. ETF-Depot (siehe Kapitel 3)

Maximale Flexibilität, niedrigste laufende Kosten. Steuerlich teurer in der Auszahlungsphase, dafür jederzeit verfügbar. Ideal als Ergänzung zur ETF-Rente, nicht als alleinige Altersvorsorge.

Direktvergleich - welche Vorsorge passt zu wem?

✓ Sinnvoll für viele

  • ETF-Rente - moderne Steuer-Vorteile, lebenslange Rentenoption
  • ETF-Depot - Flexibilität, niedrige Kosten
  • bAV mit Arbeitgeberzuschuss - Free Money mitnehmen
  • Rürup - für Selbstständige + Hochverdiener

✗ Eher problematisch

  • Klassische Rentenversicherung - Garantiezins zu niedrig, Kosten zu hoch
  • Riester - durch Reformen zerlegt, lohnt für die meisten nicht mehr
  • Teure bAV ohne Zuschuss - frisst Steuervorteile auf
  • Strukturvertrieb-Produkte - meist überteuert

Die ehrliche Empfehlung für die meisten

Es gibt keine pauschale Lösung - aber ein bewährtes Muster für die meisten Angestellten und Selbstständigen heute:

  1. bAV mit Arbeitgeberzuschuss ausnutzen, wenn vorhanden - Free Money.
  2. ETF-Rente als Kern der privaten Vorsorge - Steuervorteile + Markt-Rendite + lebenslange Option.
  3. ETF-Depot als flexible Ergänzung für mittelfristige Ziele und Liquiditäts-Puffer.
  4. Rürup nur, wenn du Selbstständig bist oder gezielt Steuern senken willst.
  5. Riester / klassische Rentenversicherungen in neuen Verträgen vermeiden.
Warum die Kombination ETF-Rente + ETF-Depot so stark ist

Die ETF-Rente nutzt die steuerlichen Vorteile (Stundung, Halbeinkünfteverfahren) für die echte Altersvorsorge - Geld, das du erst mit 62+ brauchst. Das ETF-Depot bleibt flexibel für alles davor (Anzahlung, Selbstständigkeit, Reisen). Beide Töpfe können in den gleichen Welt-ETF investieren - du nutzt also die gleichen Märkte, aber mit unterschiedlichen Steuer-Brillen.

Wir bieten eine ETF-Rente mit Effektivkosten unter dem Branchenschnitt.

Unser Workshop deckt explizit deine ideale Aufteilung ab: gesetzliche Rente + bAV + ETF-Rente + ETF-Depot - wir rechnen das für deine Situation konkret durch. Inklusive Kostenvergleich gegen typische Versicherer-Angebote.

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Achtung - typische Vorsorge-Fallen

Strukturvertrieb-Berater, die „alle Säulen" gleichzeitig empfehlen: Provisions-getrieben, oft mit teuren Produkten. „Garantierte" Versicherungslösungen: garantieren oft nur einen lächerlichen Mindestzins. Lange Vertragslaufzeiten + hohe Abschlusskosten: bei Kündigung verlierst du oft viel Geld. Faustregel: Wer dir was verkaufen will, ist nicht dein Berater. Wer dir was erklärt, eher.

Deine private Vorsorge strukturieren in 5 Schritten

Nach dieser Reihenfolge:
  1. bAV-Status prüfen - gibt's bei deinem Arbeitgeber Zuschuss? Wenn ja: nutzen.
  2. Bestehende Verträge auflisten - Riester, alte Rentenversicherungen, Lebensversicherungen. Was läuft, was kostet was?
  3. Schlechte Verträge analysieren - kündigen oder beitragsfrei stellen? Vorsicht: Stornokosten beachten.
  4. Moderne ETF-Rente aufsetzen - Effektivkosten unter 1 % p. a., freie ETF-Auswahl.
  5. ETF-Depot als flexibler Zusatz, siehe Kapitel 3.
Thema 03

Vermögen langfristig sichern - von Aufbau zu Entnahme.

Vermögen aufzubauen ist eine Sache. Es zu halten und klug entnehmen eine andere. In dieser Phase machen viele Menschen die teuersten Fehler ihres Lebens. Hier lernst du die wichtigsten Konzepte, damit dir das nicht passiert.

Die zwei Phasen - Aufbau vs. Entnahme

Dein Finanzleben hat zwei fundamentale Phasen mit komplett unterschiedlicher Strategie:

  • Aufbau-Phase (typischerweise 25–62 Jahre): Du verdienst, du sparst, du investierst. Volatilität ist dein Freund - sinkt der Markt, kaufst du günstiger. Aktien-Anteil hoch.
  • Entnahme-Phase (ab Rentenbeginn): Du entnimmst regelmäßig. Volatilität wird zum Feind - wenn der Markt zum falschen Zeitpunkt einbricht und du verkaufen musst, ist das ein Desaster. Aktien-Anteil moderater, Cash-Puffer größer.

Asset Allocation über die Lebensphasen

Eine bewährte Faustformel: 110 minus dein Alter = empfohlener Aktienanteil in Prozent. Mit 30: 80 % Aktien, 20 % Anleihen/Cash. Mit 60: 50 % Aktien, 50 % stabilere Werte. Mit 75: 35 % Aktien, 65 % stabilere Werte.

Das ist nicht in Stein gemeißelt, aber ein guter Anker. Wer sich risikofreudiger fühlt: höher. Risikoaverser: niedriger. Aber niemals 0 % Aktien - auch in der Rente nicht. Inflation frisst sonst dein Vermögen langsam auf.

Die Entnahme - 4 %-Regel und ihre Grenzen

Die berühmte „4 %-Regel" stammt aus US-Studien: Wer pro Jahr maximal 4 % des Anfangsvermögens entnimmt (inflationsbereinigt), hat statistisch eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Geld 30 Jahre reicht.

Praktisch: Mit 500.000 € Anfangsvermögen kannst du ~20.000 €/Jahr (1.670 €/Monat) entnehmen, inflations-angepasst, über 30 Jahre.

Aber Vorsicht: 4 %-Regel ist eine Faustformel, kein Gesetz

Sie funktioniert in vielen historischen Szenarien, aber nicht in allen. Wer in einem schlechten Markt-Zeitpunkt in Rente geht („Sequence-of-Returns-Risiko") - kann auch mit 4 % schnell zu wenig haben. Realistischer für deutsche Verhältnisse: 3,0–3,5 % für 30 Jahre Entnahme bei moderater Aktienquote.

Die Stärke der lebenslangen Rente

Hier kommt ein Punkt, der oft übersehen wird: Wenn du im Rahmen einer ETF-Rente die Verrentungsoption nutzt, bekommst du eine lebenslange Rente - egal wie alt du wirst. Das ist Versicherungsschutz gegen das Risiko, zu lange zu leben.

Klingt seltsam, ist aber finanziell real: Wer 95 wird, bekommt insgesamt deutlich mehr aus einer Verrentung als aus einem Entnahmeplan im Depot, weil das Depot bei ungünstiger Marktentwicklung leer sein kann. Die Versicherung trägt das Langlebigkeits-Risiko.

Kompromiss-Strategie: Teil-Verrentung. Bei der Auszahlung der ETF-Rente entscheidest du dich für eine Teilverrentung (z. B. die Hälfte als lebenslange Rente, die Hälfte als Kapitalauszahlung). Beste aus beiden Welten.

Inflations-Schutz

Inflation ist der stille Vermögens-Killer der Rentenphase. Bei 2 % Inflation hat dein Vermögen nach 20 Jahren nur noch ~67 % Kaufkraft. Bei 3 %: nur noch 55 %.

Was schützt vor Inflation: Aktien (langfristig - Unternehmen geben Inflation an Preise weiter), Sachwerte (Immobilien, manche Rohstoffe). Was schützt nicht: Bargeld, Tagesgeld, Festgeld langfristig, Klassische Rentenversicherungen mit nominaler Garantie.

Vererbung - kurz angerissen

Wer Vermögen aufbaut, sollte auch über Vererbung nachdenken - vor allem als ETF-Renten-Inhaber, weil Versicherungs-Verträge anders behandelt werden als Depot-Vermögen.

  • ETF-Depot - vererbt sich nach Erbrecht, voller Freibetrag pro Erbe.
  • ETF-Rente - je nach Vertrag flexibel (Bezugsrecht, Erbschaftsteuer-Vorteile, sofortige Auszahlung möglich).
  • Lebenslange Rente - bei Tod oft mit Rentengarantiezeit (z. B. 10 Jahre), die an Erben weitergegeben wird.
Im Workshop besprechen wir auch die Entnahmephase.

Wir rechnen mit dir konkret durch: welche Aufteilung deine spätere Rente trägt, wie du das Sequence-Risiko abfederst, und welche Verrentungs-Optionen für dich Sinn machen.

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Häufigster Fehler in der Rente: zu konservativ werden.

Viele Rentner:innen verkaufen mit 65 alle Aktien und packen alles auf Tagesgeld „weil's sicher ist". Das ist genau verkehrt: bei 25–30 Jahren Rentenzeit frisst Inflation den Kaufkraftverlust. Eine moderne Asset-Allocation behält auch in der Rente einen signifikanten Aktienanteil (35–50 %) - sonst verarmt man langsam aber sicher.

Vermögensicherung in 5 Schritten

Plane heute schon für die Entnahmephase:
  1. Asset Allocation nach Alter prüfen - Faustformel: 110 − Alter = Aktien-%.
  2. Cash-Puffer für 1–2 Jahresausgaben aufbauen (Sequence-Risk-Reduktion).
  3. Inflations-Schutz durch Aktien-Anteil sichern - auch in der Rente.
  4. Verrentungs-Strategie entscheiden - voll, teilweise oder gar nicht? Hängt von Lebenslauf ab.
  5. Vererbung mit-bedenken - Bezugsrechte in Versicherungs-Verträgen aktuell halten.
Quellen & weiterführende Links

Berechnungsannahmen: 7 % p. a. Rendite (historischer Durchschnitt globaler Aktienmärkte), 2 % Inflation. Steuersätze gemäß deutschem Einkommensteuergesetz Stand 2026. Tatsächliche Renditen und steuerliche Behandlung können abweichen.

Häufige Fragen

Was Leser:innen am häufigsten fragen.

Reicht die gesetzliche Rente wirklich nicht?

Nein - für die meisten Menschen reicht sie zur Beibehaltung des Lebensstandards nicht. Das aktuelle Rentenniveau von ca. 48 % bezieht sich auf den Durchschnittslohn vor Steuern und Krankenversicherung. Netto bleiben für eine Standardrente nach 45 Beitragsjahren etwa 1.200–1.350 €/Monat. Bei typischen Lebenshaltungskosten von 2.000–2.500 € entsteht eine Lücke von 700–1.300 € monatlich.

Wie berechne ich meine persönliche Rentenlücke?

Vereinfacht: Aktuelle monatliche Ausgaben − erwartete gesetzliche Rente (laut Renteninformation) − erwartete bAV = Rentenlücke pro Monat. Die Renteninformation kommt einmal jährlich automatisch (oder online bei der Deutschen Rentenversicherung). Vergiss nicht, die Inflation einzurechnen - Faustregel: ×1,5 für 25 Jahre, ×2,0 für 35 Jahre Inflations-Bereinigung.

Lohnt sich Riester heute noch?

Für die meisten Neuabschlüsse: nein. Die Kosten sind hoch, die Renditen schwach, die Auszahlungsregeln starr. Ausnahme: Familien mit mehreren Kindern (hohe Kinderzulagen) und Personen kurz vor Renteneintritt mit bestehendem, gut konstruiertem Riester-Vertrag. Bestehende Verträge nicht einfach kündigen - Stornokosten beachten. Mehr dazu im Sonderkapitel zum Altersvorsorgedepot.

Was ist eine ETF-Rente und wann lohnt sie sich?

Eine ETF-Rente ist eine fondsgebundene Rentenversicherung, bei der dein Geld in ETFs investiert wird - also der Versicherungs-Mantel um echtes ETF-Investment. Moderne ETF-Renten haben Effektivkosten von 0,5–1 % p. a. Sie lohnen sich für die echte Altersvorsorge (Geld, das du erst mit 62+ brauchst), weil du das Halbeinkünfteverfahren bei Auszahlung nutzen kannst. Für mittelfristige Ziele oder Liquiditäts-Puffer ist ein normales ETF-Depot besser.

Ab wann sollte ich mit der privaten Altersvorsorge anfangen?

So früh wie möglich. Zinseszins ist exponentiell - wer mit 25 startet, braucht für die gleiche Endsumme nur ein Drittel der monatlichen Sparrate eines 40-Jährigen. Konkret: Mit 250 €/Monat ab Alter 30 in einen Welt-ETF (7 % p. a. angenommen) hast du mit 67 etwa 480.000 € Kapital. Wer das gleiche mit 40 anfängt, müsste ~600 €/Monat sparen.

Soll ich auf das Altersvorsorgedepot warten?

Nein. Stillstand kostet Zinseszins-Zeit. Heute mit ETF-Rente + ETF-Depot starten, das geplante Altersvorsorgedepot sobald verfügbar als dritten Topf ergänzen. Bestehende ETF-Rente bleibt sinnvoll - sie wird durch das AVD nicht überflüssig. Details im Sonderkapitel.

Berechne deine Rentenlücke konkret

Wie viel fehlt dir wirklich - und was musst du dafür tun?

Drei Säulen, ETF-Rente, bAV, Entnahmestrategie - du kennst jetzt alle Bausteine. Im Workshop berechnen wir mit dir gemeinsam deine persönliche Rentenlücke und entwickeln einen konkreten Vorsorge-Plan: was, wie viel, wohin. Persönlich, in 150 Minuten.

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