Das neue Altersvorsorgedepot - alles, was du jetzt wissen musst | PLAN 4 LIFE
Sonderkapitel - Alters­vorsorge­depot

Das neue Alters­vorsorge­depot - alles, was du jetzt wissen musst.

Der Riester-Nachfolger ist beschlossen. Ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot mit freier Investmentwahl - endlich auch mit ETFs, ohne Kapitalgarantie-Zwang. Ab dem 1. Januar 2027 abschließbar. Wir sortieren, was das Gesetz konkret regelt - und was das für deine Strategie heißt.

Stand: Juni 2026. Das Altersvorsorgereformgesetz ist verabschiedet. Die neuen Produkte - inklusive Altersvorsorgedepot - können ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden. Abschließbar ist das Depot also noch nicht, aber die Eckdaten stehen jetzt fest.
3 Themen ~15 Min Lesezeit Mit Vergleichstabelle Für alle, die's ernst meinen
Von Marvin Lücke & Julien StreckerFinanz-Experten von PLAN 4 LIFE Aktualisiert am 10. Juni 2026
In 30 Sekunden
  • Beschlossener Riester-Nachfolger - staatlich gefördertes Wertpapierdepot mit freier ETF-Auswahl, ohne Kapitalgarantie-Zwang. Das Altersvorsorgereformgesetz ist verabschiedet, Start: 1. Januar 2027.
  • Zwei Förder-Säulen - Zulagen vom Staat (bis 540 € Grundzulage + 300 € je Kind + 200 € Berufseinsteiger-Bonus) plus Sonderausgabenabzug bis 1.800 €/Jahr zzgl. Zulagen.
  • Heute schon mit ETF-Rente starten - auf den Start 2027 zu warten verschenkt wertvolle Zinseszins-Zeit. Wenn es da ist, kombinierst du beides.
Thema 01

Was ist das Alters­vorsorge­depot?

Stell dir vor: ein Wertpapierdepot, in dem du selbst investierst - gerne in Welt-ETFs - und das gleichzeitig staatliche Zulagen und Steuervorteile bekommt, ohne den Riester-Wirrwarr aus Kapitalgarantie und Verrentungspflicht. Genau das soll das Altersvorsorgedepot werden.

Die kurze Vorgeschichte

Das Altersvorsorgedepot entsteht im Rahmen der Reform der privaten Altersvorsorge. Im Sommer 2023 hat die Fokusgruppe private Altersvorsorge beim Bundesfinanzministerium einen Abschlussbericht vorgelegt - und der war eine ehrliche Bestandsaufnahme: Riester funktioniert nicht. Zu komplex, zu teuer, zu wenig Rendite, zu starr in der Auszahlung. Lösung der Fokusgruppe: ein neues Standardprodukt - das Altersvorsorgedepot.

Geplant war ursprünglich der Start zum 1. Januar 2026. Durch den Bruch der Ampel-Koalition Ende 2024 verzögerte sich die Gesetzgebung. Inzwischen ist das Altersvorsorgereformgesetz verabschiedet: Die neuen Produkte können ab dem 1. Januar 2027 von den Anbietern angeboten werden.

Status klar einordnen

Das Altersvorsorgedepot ist beschlossen, aber erst ab dem 1. Januar 2027 abschließbar. Was wir hier beschreiben, basiert auf dem verabschiedeten Altersvorsorgereformgesetz und den FAQ des Bundesfinanzministeriums (Stand: Mai 2026). Offen ist vor allem noch, welche konkreten Produkte und Anbieter ab 2027 an den Start gehen.

Was es kann - die beschlossenen Eckpunkte

Das verabschiedete Gesetz legt diese Kernpunkte fest:

  • Freie Investmentwahl - du kannst in ETFs, Investmentfonds oder andere Vermögensgegenstände investieren, die auf der gesetzlichen Positivliste stehen. Welt-ETFs (z. B. MSCI World, FTSE All-World) sind möglich.
  • Keine zwingende Kapitalgarantie - der größte Unterschied zu Riester. Du kannst (musst nicht) auch komplett in Aktien-ETFs investieren. Wer Sicherheit will: Garantieprodukte mit 100 % oder 80 % Beitragsgarantie bleiben als Option erhalten.
  • Staatliche Zulagen - 50 Cent je eingezahltem Euro bis 360 € Eigenbeitrag, 25 Cent je weiteren Euro bis 1.800 €. Maximal 540 € Grundzulage pro Jahr, plus 300 € Kinderzulage je Kind und einmalig 200 € Berufseinsteiger-Bonus.
  • Steuerliche Förderung - Eigenbeiträge bis 1.800 € pro Jahr zuzüglich Zulageanspruch sind als Sonderausgaben absetzbar; besteuert wird nachgelagert in der Auszahlungsphase.
  • Flexiblere Auszahlung - wahlweise befristeter Auszahlungsplan (mindestens bis zum 85. Lebensjahr, Restvermögen vererbbar) oder lebenslange Leibrente. Zu Beginn sind bis zu 30 % Teilkapitalauszahlung förderunschädlich möglich - eine komplette Einmalauszahlung gibt es allerdings nicht.
  • Standardprodukt mit Kostendeckel - das „Standard-Altersvorsorgedepot" mit gesetzlich festgelegten Investmentvermögen darf maximal 1,0 % Effektivkosten haben und schichtet vor der Auszahlungsphase automatisch in sicherere Anlagen um.
  • Lock-in bis zum Ruhestand - die Auszahlung startet frühestens mit 65, spätestens mit 70 Jahren.
Was noch offen ist (Stand Juni 2026):

Das Gesetz steht - die Produkt- und Anbieterlandschaft entsteht aber erst. Welche Depots, Fonds und Konditionen es ab 2027 tatsächlich gibt, zeigt sich im Laufe des Jahres 2026. Auch die praktische Umsetzung der freiwilligen Übertragung bestehender Riester-Guthaben in die neue Förderwelt hängt von den Anbietern ab. Wer behauptet, dir heute schon ein Altersvorsorgedepot verkaufen zu können - verkauft ein Produkt, das es vor dem 1. Januar 2027 nicht geben kann.

Warum es überhaupt kommt - politische Notwendigkeit

Drei Gründe treiben die Reform:

  1. Riester ist verbraucht. Über 16 Mio. abgeschlossene Verträge, aber die meisten mit lächerlichen Renditen wegen Kostenstruktur. Politisches Eigentor.
  2. Demografischer Druck. Die gesetzliche Rente reicht für die kommenden Generationen nicht - private Vorsorge muss attraktiver werden.
  3. Internationale Beispiele wirken. Schwedens AP7, der amerikanische 401(k), das niederländische System - alles zeigt: Aktien-basierte, kosteneffiziente Altersvorsorge funktioniert.

Das Altersvorsorgedepot ist Deutschlands Versuch, von Riester (gescheitert) zu einer kapitalmarktnahen Altersvorsorge zu kommen - wie sie in anderen Ländern längst üblich ist.

Thema 02

Wie funktioniert die neue Förderung?

Die Förderung steht auf zwei Säulen: direkte Zulagen vom Staat plus steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge. Klingt nach Riester - ist aber einfacher, transparenter und großzügiger. Hier die beschlossenen Details.

Säule 1: Zulagen vom Staat

Wer in das Altersvorsorgedepot einzahlt, bekommt vom Staat einen Zuschuss obendrauf - gestaffelt nach Eigenbeitrag. Die beschlossenen Eckwerte:

  • Grundzulage: 50 Cent je eingezahltem Euro bis 360 € Eigenbeitrag, danach 25 Cent je Euro bis 1.800 € - maximal 540 € pro Jahr
  • Kinderzulage: 1 € je eingezahltem Euro, maximal 300 € pro Kind und Jahr - einheitlich für alle Kinder, unabhängig vom Geburtsjahr
  • Berufseinsteiger-Bonus: einmalig 200 € bei Vertragsabschluss vor dem 25. Geburtstag
  • Mindesteigenbeitrag: nur noch 120 € pro Jahr (10 € im Monat) - die komplizierte 4-%-Regel von Riester entfällt
  • Grenzen: gefördert werden Eigenbeiträge bis 1.800 € pro Jahr; insgesamt darfst du maximal 6.840 € pro Jahr einzahlen

Konkret: Eine Familie mit zwei Kindern bekommt bei ausgeschöpftem Förderrahmen bis zu 1.140 € pro Jahr (540 € Grundzulage + 2 × 300 € Kinderzulage) direkt vom Staat aufs Depot überwiesen. Das ist echte Rendite - auch wenn dein ETF im selben Jahr unter Wasser geht.

Säule 2: Steuerliche Absetzbarkeit

Die zweite Säule wirkt vor allem für Gut- und Spitzenverdiener:innen: Eigenbeiträge bis 1.800 € pro Jahr zuzüglich Zulageanspruch können als Sonderausgaben geltend gemacht werden - ohne Kinderzulage also bis zu 2.340 € (1.800 € Beitrag + 540 € Grundzulage).

Die Steuerersparnis wird dabei mit den erhaltenen Zulagen verrechnet: Liegt sie darüber, bekommst du die Differenz erstattet. Bei 42 % Spitzensteuersatz summiert sich die Gesamtförderung so auf bis zu ~980 € pro Jahr - mehr als die Hälfte des geförderten Eigenbeitrags. Besteuert wird im Gegenzug nachgelagert in der Auszahlungsphase.

Konkrete Beispiel-Rechnung

Single, 35, Bruttogehalt 60.000 €/Jahr, Grenzsteuersatz ~36 %. Einzahlung 1.800 € ins Altersvorsorgedepot (voller geförderter Eigenbeitrag):
· Grundzulage vom Staat: 540 €
· Zusätzliche Steuerersparnis über den Sonderausgabenabzug: ~300 €
· Gesamtförderung: ~840 € (= ~47 % der Einzahlung)
· Effektive Eigenbelastung: ~1.500 € - im Depot landen 2.340 €
· Endkapital nach 30 Jahren bei 7 % Rendite p. a.: ~221.000 €

Auszahlungsphase - die echte Neuerung

Anders als bei Riester ist die Auszahlung deutlich flexibler - eine komplette Einmalauszahlung gibt es allerdings nicht. Die beschlossenen Optionen:

  • Befristeter Auszahlungsplan - läuft mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr; du behältst die Kontrolle, und Restvermögen ist vererbbar
  • Lebenslange Leibrente - wer will, sichert das Langlebigkeitsrisiko ab
  • Teilkapitalauszahlung - bis zu 30 % des Kapitals förderunschädlich zu Beginn der Auszahlungsphase
  • Start der Auszahlung - frühestens mit 65, spätestens mit 70 Jahren

Versteuerung bei Auszahlung: nach dem Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Das bedeutet: Du zahlst während der Einzahlphase wenig Steuern (du hast Förderung), aber bei Auszahlung wird's voll versteuert. Klingt fies - ist aber meistens vorteilhaft, weil dein Steuersatz in der Rente meist niedriger ist als im Berufsleben.

Wer ist förderberechtigt?

Die Förderung ist deutlich weiter gefasst als bei Riester:

  • Alle rentenversicherungspflichtigen Angestellten
  • Beamte (bei Riester war das schon dabei)
  • Selbstständige (NEU) - wer Einkünfte nach § 15 oder § 18 EStG erzielt und eine Steuererklärung abgibt
  • Pflichtmitglieder berufsständischer Versorgungseinrichtungen (NEU) - z. B. Ärzt:innen, Anwält:innen, Architekt:innen
  • Durch den niedrigen Mindesteigenbeitrag von 120 €/Jahr ist der Einstieg auch für Berufsanfänger:innen leicht - plus 200 € Bonus für unter 25-Jährige
Vorsicht bei „Schon-jetzt-abschließen"-Angeboten

Einige Anbieter werben mit „Altersvorsorgedepots", die es noch gar nicht gibt - oder verkaufen unter dem Namen bestehende Produkte (z. B. fondsgebundene Rentenversicherungen), die nicht dem gesetzlichen Standard entsprechen. Vor dem 1. Januar 2027 kann es kein echtes Altersvorsorgedepot geben. Lass dich nicht zum vorzeitigen Abschluss drängen.

Thema 03

Wie passt es in deine Vorsorge-Strategie?

Das Altersvorsorgedepot wird die Vorsorge-Landschaft neu sortieren - aber es ist kein Allheilmittel. Hier zeigen wir, wie es sich im Vergleich zu deinen aktuellen Optionen (Riester, ETF-Rente, freies ETF-Depot) schlägt - und was das für deine Strategie heute heißt.

Direktvergleich - die vier Optionen nebeneinander

Merkmal Alters­vorsorge­depot (ab 2027) ETF-Rente ETF-Depot
Staatliche Zulagen ✓ Ja (bis 540 € + Kinderzulage) ✗ Nein ✗ Nein
Steuern Einzahlphase Bis 1.800 € + Zulagen absetzbar Aus Netto eingezahlt Aus Netto eingezahlt
Steuern Ansparphase Stundung Stundung Vorabpauschale ab 2018
Steuern Auszahlung Nachgelagert (voll) Halbeinkünfteverfahren (12+ J., 62+) 26 % Abgeltungssteuer
Kapitalauszahlung Nur bis 30 % Teilkapital ✓ Möglich ✓ Jederzeit
Lebenslange Rente Optional (oder Auszahlplan bis 85+) ✓ Standard-Option ✗ Nicht möglich
ETF-Auswahl Gemäß gesetzlicher Positivliste Freie ETF-Auswahl (gute Anbieter) Vollständig frei
Vor Rente abrufbar ✗ Erst ab 65 Begrenzt (Rückkauf möglich) ✓ Jederzeit
Kosten Standard-Depot: max. 1,0 % Effektivkosten ~0,5–1 % p. a. (moderne Anbieter) ~0,2 % p. a. (nur TER)
Status Beschlossen - Start 1.1.2027 Heute verfügbar Heute verfügbar

Für wen wird das Alters­vorsorge­depot besonders interessant?

Vier Profile profitieren am meisten von den beschlossenen Konditionen:

  • Familien mit Kindern. Die Kinderzulagen summieren sich: Bei zwei Kindern + Grundzulage sind bis zu 1.140 € Zulagen pro Jahr drin.
  • Geringer- und Durchschnittsverdiener:innen. Die 50-Cent-Staffel macht die ersten 360 € Eigenbeitrag extrem attraktiv - 180 € Zulage auf 360 € Einsatz sind 50 % garantierter Zuschuss.
  • Gut- und Spitzenverdiener:innen. Über den Sonderausgabenabzug (bis 2.340 € ohne Kinder) liegt die Gesamtförderung bei bis zu ~55 % des geförderten Eigenbeitrags.
  • Selbstständige und Versorgungswerk-Mitglieder, die bisher kein vergleichbares staatlich gefördertes Produkt hatten - jetzt erstmals direkt förderberechtigt.

Für wen wird's eher uninteressant?

  • Wer absolute Flexibilität braucht - kein Zugriff vor 65 ist ein hoher Preis.
  • Wer schon hohe Beiträge in andere Vorsorge zahlt und über der Förderhöchstgrenze von 1.800 €/Jahr liegt.
  • Wer früh in Rente will (FIRE-Strategie) - Auszahlung erst ab 65 passt nicht zum Plan.
  • Wer das Kapital komplett auf einen Schlag will - mehr als 30 % Teilkapitalauszahlung gibt es nicht; der Rest fließt als Auszahlplan oder Rente.

Was tun bis zum Start am 1. Januar 2027?

Stillstand ist die schlechteste aller Optionen. Wer bis 2027 auf das Altersvorsorgedepot wartet, verliert wertvolle Zeit - und damit Zinseszins-Wirkung. Realistisch empfehlen wir:

  1. Heute starten mit ETF-Rente + ETF-Depot. Beide Töpfe sind sofort verfügbar und liefern die gleichen Markt-Renditen. Steuervorteile der ETF-Rente sind bereits real.
  2. Anbieter beobachten. Ab dem 1. Januar 2027 kannst du das Altersvorsorgedepot als dritten Topf in deine Strategie aufnehmen - nicht als Ersatz.
  3. Beiträge anpassen, nicht alles umwerfen. Ab 2027 lenkst du eventuell einen Teil neuer Beiträge ins Altersvorsorgedepot - bestehende ETF-Rente läuft weiter.
  4. Bei Riester: nicht mehr neu abschließen. Für Altverträge gilt Bestandsschutz; ein freiwilliger Wechsel in die neue Förderung ist ohne Rückzahlung erhaltener Zulagen möglich. Verträge mit hohen Garantiezinsen vorher prüfen - manche lohnen sich noch.
Das Gesetz steht - wir integrieren das Altersvorsorgedepot in unsere Beratung, sobald die ersten Anbieter 2027 live sind.

Im Workshop besprechen wir mit dir: Wo macht eine ETF-Rente heute schon Sinn? Für wen lohnt sich das Altersvorsorgedepot ab 2027? Wie kombinierst du beides klug? Wir bauen deine Strategie so, dass sie zukunftsfähig ist - auch wenn die Politik nachjustiert.

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Strategischer Tipp: ETF-Rente als „Brücke"

Eine moderne ETF-Rente mit niedrigen Kosten ist heute das beste verfügbare Produkt. Sobald das Altersvorsorgedepot kommt, wird sie nicht plötzlich schlecht - sie hat eigene Vorteile (lebenslange Rentenoption, flexiblere Versicherungsstruktur). Wer heute ETF-Rente abschließt und morgen das Altersvorsorgedepot ergänzt, ist breit aufgestellt - mit zwei steueroptimierten Töpfen für die echte Altersvorsorge.

Dein 5-Punkte-Fahrplan zum Altersvorsorgedepot

Vorbereitung heute, Umsetzung ab 2027:
  1. Status verstehen - das Gesetz ist beschlossen, abschließbar ab dem 1. Januar 2027. Wer dir vorher ein „Altersvorsorgedepot" verkauft, ist suspekt.
  2. Heute parallel starten mit ETF-Rente + ETF-Depot - Zeit ist Zinseszins.
  3. Anbieter-Markt beobachten (Finanztip, Bundesfinanzministerium) - welche Depots und Konditionen ab 2027 kommen, ohne hektisch zu handeln.
  4. Ab Start 2027: Beratung holen - gerne im Workshop. Wir setzen das Depot nicht selbst auf, helfen dir aber, es richtig zu integrieren.
  5. Bestehendes prüfen, nicht stornieren - Riester kündigen oft teuer, ETF-Rente bleibt weiter wertvoll.
Häufige Fragen

Was Leser:innen am häufigsten fragen.

Wann kommt das Altersvorsorgedepot wirklich?

Das Altersvorsorgereformgesetz ist verabschiedet. Anbieter können die neuen Produkte ab dem 1. Januar 2027 anbieten. Ursprünglich war der Start zum 1. Januar 2026 geplant; durch den Bruch der Ampel-Koalition Ende 2024 verzögerte sich die Gesetzgebung um ein Jahr. Wir halten dich im Workshop und über unsere Kanäle aktiv informiert, sobald die ersten Anbieter live gehen.

Soll ich heute schon meinen Riester-Vertrag kündigen?

Nicht voreilig. Riester kündigen kostet meist Geld (Stornokosten, verlorene Zulagen). Erst prüfen: Ist es ein guter, alter Vertrag mit hohem Garantiezins (3,5–4 %)? Dann eher behalten. Schlechter Vertrag mit hohen Kosten? Vielleicht beitragsfrei stellen statt kündigen. Im Workshop schauen wir uns deinen konkreten Vertrag an.

Wie viel staatliche Förderung kann ich erwarten?

Beschlossene Eckwerte: Grundzulage bis 540 €/Jahr (50 Cent je Euro bis 360 € Eigenbeitrag, danach 25 Cent bis 1.800 €), Kinderzulage bis 300 €/Jahr pro Kind (unabhängig vom Geburtsjahr), einmalig 200 € Berufseinsteiger-Bonus für unter 25-Jährige, plus Sonderausgabenabzug bis 1.800 €/Jahr zzgl. Zulagen. Beispielrechnung: bei 60.000 € Brutto-Einkommen und 1.800 € Einzahlung kommen ca. 840 € Gesamtförderung zusammen (~47 % der Einzahlung).

Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?

Jetzt geklärt: Für alle vor 2027 abgeschlossenen Verträge gilt Bestandsschutz. Zusätzlich kannst du freiwillig in die neue Förderwelt wechseln - ohne bereits erhaltene Zulagen zurückzahlen zu müssen. Ob sich der Wechsel lohnt, hängt vom konkreten Vertrag ab (Garantiezins, Kosten). Laufende Verträge also nicht überstürzt anfassen, sondern vorher durchrechnen.

Lohnt es sich, bis zum Start zu warten?

Nein. Stillstand kostet Zinseszins-Zeit - und das ist exponentiell. Wer bis 2027 wartet, verliert nicht nur die Einzahlungen bis dahin, sondern auch deren Wachstum über alle Folgejahre. Strategie: heute mit ETF-Rente + ETF-Depot starten, das AVD ab dem 1. Januar 2027 als dritten Topf ergänzen.

Kann ich das Altersvorsorgedepot später wieder kündigen?

Die Auszahlung startet frühestens mit 65 (spätestens mit 70). Vorzeitige Entnahmen sind - wie bei Riester - mit dem Verlust der Förderung verbunden; förderunschädlich sind nur Ausnahmen wie selbst genutztes Wohneigentum oder Kleinbetragsrenten. Zu Beginn der Auszahlungsphase sind bis zu 30 % Teilkapital möglich. Plane das Geld also wirklich für die Altersvorsorge - für flexible Mittelfristziele bleibt das ETF-Depot besser.

Lieber persönlich?

Wir bleiben für dich am Ball.

Sobald die ersten Altersvorsorgedepots ab Januar 2027 verfügbar sind, integrieren wir sie in unsere Beratung. Bis dahin starten wir mit dir mit ETF-Rente + Depot - sodass du keine Zeit verlierst und gleichzeitig flexibel bleibst, wenn das neue Produkt kommt.

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